Arthrose des Kniegelenkes

Bei degenerativen Veränderungen des Kniegelenkknorpels mit Destruktion der Gelenkflächen haben sich arthroskopische Behandlungsverfahren mit Spülung und mechanischer Knorpelglättung als Standardverfahren durchgesetzt. So unbefriedigend diese Verfahren auf längere Sicht auch sind, so gibt es immer noch keine zufriedenstellende Alternative.

Belegt ist die muskuläre Schwäche und Störung der Koordination des Bewegungsablaufs bei Arthrose. Daher ist es naheliegend, mit muskulärem Training die Stabilität des Gelenkes zu verbessern und zugleich schmerzauslösende Kniebelastungen zu reduzieren.

Dazu wurde die „Knieschule“ entwickelt, die kniegelenkschonende Verhaltensweisen im Alltag mit einem Trainingsprogramm zur Muskelkräftigung koppelt. Mit der Knieschule sollen Knieschäden vermieden werden. In Kombination mit täglichen Übungen des Krankengymnastikprogramms soll die Gelenkfunktion des Knies verbessert werden.

Viele Patienten mit Kniebeschwerden haben durch eigene Erfahrungen bestimmte Verhaltensweisen entwickelt, oft sogar ohne sich dessen bewusst zu sein. In der Knieschule wurden diese Erfahrungen zusammengetragen. Die Verhaltensweisen sollen im Bewegungsablauf einstudiert werden, so dass sie schließlich ganz automatisch übernommen werden.

10 Regeln für die Knieschule

nach Prof. Grifka

    1. Bewegung ist wichtig für die Knorpelernährung

Da der Gelenkknorpel keine Blutgefäße besitzt und nur durch den Wechsel von Be- und Entlastung ernährt wird, ist die Bewegung für die Knorpelernährung wichtig.

    1. Ein geringeres Körpergewicht wirkt entlastend
    2. Das Kniegelenk muss entlastet werden

Ist hauptsächlich ein Kniegelenk betroffen, wird die Gewichtsbelastung unbewußt reduziert, indem die nicht betroffene Seite die Hauptbelastung übernimmt. Muss das Kniegelenk völlig entlastet werden, so kann dies nur mit zwei Gehstützen erfolgen.

    1. Schwere Lasten sollten gemieden werden
    2. Längeres Stehen und Gehen ist zu vermeiden

Ein angeschlagener Knorpel braucht Erholung durch Entlastung etwa durch bewußte Sitzpausen.

    1. Schuhe mit flachen Absätzen mindern den Druck auf die Kniegelenke
    2. Weiche Sohlen federn die Kräfte auf die Gelenke ab

Weiche Sohlen, spezielle Polster unter den Fersen oder unter der gesamten Fußsohle schützen durch ihre Stoßdämpferwirkung den Knorpel.

    1. Starke Kniebeugung sollte vermieden werden
    2. Besonders kniefreundlichen Sportarten gebührt der Vorzug

Das Kniegelenk braucht Bewegung unter möglichst geringer Belastung. Schwimmen und Radfahren sind günstig, da hierbei nicht das Gewicht des Oberkörpers auf die Knie wirkt.

  1. Die Beinmuskeln müssen täglich trainiert werden