Außenbandriss

Konservative Behandlung des Bänderrisses am Sprunggelenk mit einer Spezialschiene

Der Bänderriss am Sprunggelenk ist die häufigste Bandverletzung des Menschen.

Das Behandlungskonzept der Bandruptur am oberen Sprunggelenk hat sich in den vergangenen Jahren erheblich gewandelt. Wurden bis 1985 nahezu achtzig Prozent aller Patienten operiert, so ist dies heute eine Ausnahme.

Warum keine Operation?

Neuere Studien sind zu dem Ergebnis gekommen, dass die operative Versorgung, von speziellen Ausnahmen abgesehen, keine besseren Ergebnisse bringt als eine konservative, nichtoperative Behandlung. Die volle Belastung für sportliche und berufliche Tätigkeiten kann in aller Regel durch eine konservative Behandlung schneller erreicht werden als nach einer operativen Versorgung.

Wie sieht nun die konservative Behandlung aus?

Zunächst wird zur Abschwellung ein Kompressionsverband angelegt, welcher die Aufgabe hat, den Bluterguss aus dem Gewebe herauszudrücken. Zusätzlich kommt es zu einer guten Stabilisierung der gerissenen Bänder. Über den Tape-Verband, der ein bis zwei Wochen angelegt und alle 4 Tage erneuert wird, kommt dann für insgesamt sechs Wochen die Knöchelschiene, welche die Umknick-bewegungen im oberen und unteren Sprunggelenk vermeidet, jedoch leichtes Heben und Senken im Sprunggelenk zulässt. Diese Bewegungen sind wichtig für eine belastungsgerechte Ausrichtung des sich neu bildenden Narbengewebes.

Diese Schiene muss für 6 Wochen Tag und Nacht getragen werden.

Sie darf lediglich zum Duschen oder Baden abgenommen werden, hierbei sollten jedoch Wackelbewegung im Sprunggelenk in der Umknickrichtung vermieden werden. Gehstützen sind für die ersten Tage nach dem Unfallereignis lediglich zur Entlastung und Vermeidung von Schmerzen erforderlich. Nach Rückbildung des Blutergusses kann der Fuß mit der Schiene voll belastet werden, das heißt, die Gehstützen müssen nicht mehr benutzt werden. In aller Regel erfolgt nach etwa fünf Wochen der Beginn einer krankengymnastischen Behandlung zur Kräftigung der Muskulatur und zur Wiederherstellung der freien Beweglichkeit. Lauftraining kann meist nach acht Wochen begonnen werden, eine volle Belastung bei Sport ist nach zwölf Wochen möglich. Auf Grund unserer guten Ergebnisse bei mittlerweile über 600 Patienten können wir die konservative Behandlung als gute Alternative zu einer Operation empfehlen.