Osteoporose

Die Osteoporose ist durch den Verlust von Knochenmasse und Knochenfestigkeit charakterisiert. Typische Komplikation der 0steoporose ist ein Knochenbruch, welcher meist im Bereich der Wirbelsäule auftritt. Die kann, je nach Schweregrad der Osteoporose, welche oft bis dahin unbekannt ist, durch einen Sturz, aber oft auch ohne Unfallereignis, also spontan auftreten. Der Wirbelbruch erzeugt bei etwa der Hälfte der Patienten Schmerzen und Bewegungseinschränkungen, die im Einzelfall nur durch Bettruhe erträglich gemacht werden können.

Hat der Knochenschwund zu einem ersten Wirbelbruch geführt, so steigt das Risiko weiterer Wirbelbrüche um das mehr als Zehnfache an.

Es ist die typische Spätkomplikation einer Osteoporose. Die Ursache eines Knochenbruchs ist gehäuftes Stürzen sowie hilfloser Sturz mit ungeschütztem Aufprall auf hartem Boden. Beim Sturz auf die Seite mit ungeschütztem Aufprall des großen Rollhügels (des Hüftknochens, der beim Oberschenkel seitlich ungeschützt unter der Haut liegt) auf festen Untergrund kommt es zum zehnfachen Anstieg auch des Oberschenkelhalsbruchrisikos.

Obligat ist nach einem solchen Knochenbruch eine systematische Osteoporosetherapie, um das Auftreten weiterer Brüche zu verhindern.

Eine gezielte Therapie mit Medikamenten fördert die Knochenneubildung und hierdurch die Rückgewinnung an Knochenmasse. Dies senkt das Risiko zukünftiger Knochenbrüche. Körperliches Training und angemessene, regelmäßig durchgeführte Krankengymnastik senkt das Sturzrisiko.

Darüber hinaus sind bei den Patienten Maßnahmen zu ergreifen, die durch Beschwerdelinderung eine angemessene Mobilisierung ermöglichen. Eine angemessene Schmerzbehandlung ist bei einem Teil der Patienten Voraussetzung für Krankengymnastik und Trainingstherapie. Spezifische krankengymnastische Übungen und Bewegungstherapie tragen zur Linderung insbesondere des Schmerzes durch Körperhaltung als Folge der Knochenbrüche bei. Physikalisch-balneologische Maßnahmen wirken hiervon unabhängig schmerzlindernd. Bewährt haben sich elektrotherapeutische Maßnahmen, Massagen und Wassergymnastik.

Verschiedene Faktoren haben sich für die Einschätzung des individuellen Osteoporoserisikos bewährt. Bei Frauen: frühe Menopause, familiäre Belastung, Calcium-Mangelernährung, Alkohol- und Nikotinmißbrauch, langzeitige Behandlung mit Kortison bzw. anderen knochenschädigenden Medikamenten. Weitere Erkrankungen wie Schilddrüsenfunktionsstörungen und Magen-Darm-Resorptionsstörungen können ebenfalls Ursache für eine Osteoporose sein.

Geeignete Präventionsmaßnahmen sind Hormonsubstitution, ausgewogene Ernährung und körperliche Aktivität. Wird mit der Nahrung zu wenig Calcium aufgenommen, kommt es zum Abbau von Knochenmasse. Zur Prävention einer Osteoporose wird eine tägliche Calciumzufuhr von 1000 bis 1500 Milligramm empfohlen. Diese Calciummenge ist über die Nahrung durch Milch und Milchprodukte zu decken.

Wollte man die gleiche Menge Calcium über pflanzliche Nahrung dem Körper zuführen, müssten vergleichsweise riesige Portionen verzehrt werden, da deren Calciumgehalt gering ist, und pflanzliches Kalzium schlechter absorbiert wird. So sind z. B. in 100 Gramm Emmentaler Käse 1000 Milligramm Calcium enthalten, in 100 Gramm Erdbeeren dagegen nur 24 Milligramm, in 100 Gramm Kohlrabi 68 Milligramm, in 100 Gramm Fisch und Fleisch zwischen 11 und 80 Milligramm Calcium.

Zusätzlich wird die Calciumaufnahme durch einige Nahrungsmittel ungünstig beeinflusst. Es handelt sich um phosphathaltige Lebensmittel wie Wurstwaren, Schmelzkäse und Colagetränke, Gemüsesorten wie Spinat, Rhabarber, Mangold, rote Beete sowie ungeschrotete Getreidekörner, zum Beispiel in Form von Frischkornmüsli. Übermäßiger Alkohol- und Nikotingenuss scheinen die Knochenmasse ebenfalls ungünstig zu beeinflussen und sollten vermieden werden.

Da im Fettgewebe zusätzlich knochenschützende Hormone produziert werden, ist auch eine ausreichende Kalorienzahl wichtig. Sehr schlanke Menschen sind besonders gefährdet, eine Osteoporose zu bekommen. Bei Milchverträglichkeit oder Übergewicht kann Calcium medikamentös substituiert werden. Besonders im Alter sollte auch Vitamin D zugeführt werden, um die Resorption von Calcium aus dem Darm zu erhöhen (z. B. 1000 Einheiten Vitamin D täglich.)

Durch Immobilisierung fehlt der Reiz des Muskels auf den Knochen, den er braucht, um sich zu regenerieren. Fehlt dieser Reiz der Bewegung, wird kein Knochen neugebildet, sondern abgebaut, und es entsteht innerhalb kürzester Zeit eine Osteoporose. Eine Kräftigung der Muskulatur stellt einen Stimulus für den Knochenaufbau dar und verringert das Sturzrisiko bei alten Menschen. Empfehlenswert sind isometrische Muskelübungen, die unter krankengymnastischer Anleitung erlernt werden müssen.

Literaturquellen

Prof. Dr. Helmut Minne: Osteoporosetherapie.

Dr. Cornelia Jaursch-Hancke: Mischkost gegen Calciumarmut.