Schultererkrankungen

Die operativ behandelbaren Erkrankungen des Schultergelenkes lassen sich in folgende Gruppen unterteilen:

  • Instabilitäten
  • Abnutzungen und Verkalkungen der Gelenkkapsel mit Engpass-Syndrom
  • Riss der Rotatorenmanschette

Instabilitäten

Bei der Schulterluxation (Verrenkung) kommt es in den meisten Fällen zu einem Abriss der Gelenkkapsel und Bänder am vorderen Rand der Schulterpfanne. Gerade bei jungen Menschen bleibt durch diese Verletzung eine Instabilität der Schulter zurück, was sich in wiederholt auftretenden Luxationen (Verrenkungen) schon bei Alltagsbewegungen niederschlägt. In den meisten Fällen läßt sich die Schulter durch eine arthroskopische Raffung oder Refixation der Gelenkkapsel am vorderen Pfannenrand wieder stabilisieren.

Vor der Operation sollte eine Computertomographie mit Kontrastmittel durchgeführt werden, um im Vorfeld das operative Vorgehen und Verfahren (ob arthroskopische oder offene Kapselraffung) festzulegen.

Meist läßt sich die abgerissene Gelenkkapsel mit kleinen Dübeln am vorderen Pfannenrand wieder refixieren. Nach Anwachsen der Kapsel am angefrischten vorderen Pfannenrand lösen sich diese Dübel nach ca. 6 Monate wieder auf.

Nachbehandlung: Zunächst Ruhigstellung der Schulter nach der Operation für cirka drei Wochen, dann Krankengymnastik zur Wiederherstellung der freien Funktion und Auftrainieren der Muskulatur.

Abnutzungen und Verkalkungen der Gelenkkapsel mit Engpass-Syndrom

Bei entzündlichen Veränderungen der Drehmanschette (Rotatorenmanschette) und der Gelenkkapsel des Schultergelenkes kommt es zu einem Engpass-Syndrom unter dem Schulterdach mit Schmerzen, insbesondere nachts und bei extremen Rotationen des Armes.

In manchen Fällen kommt es durch lokale Durchblutungsstörungen zu Verkalkungen der Kapsel, welche zusätzlich die Enge verstärken.

Hier kann man bei Nichtbesserung auf konservative Maßnahmen den Unterrand des Schulterdaches abfräsen, den entzündeten Schleimbeutel entfernen sowie eventuell Kapselverkalkungen entfernen (Acromioplastik zur Spalterweiterung zwischen Schultergelenk und Schulterdach).

Engpasssyndrom der Schulter

Zustand nach Abfräsen des Schulterdaches

Kalkablagerung in der Schulter

Zustand nach Abfräsen des Schulterdaches

Nachbehandlung: Keine Ruhigstellung. Am Tag nach der Operation Beginn mit Krankengymnastik zur Wiederherstellung der freien Funktion und Dehnung der verkürzten Muskulatur.

Riss der Rotatorenmanschette

Die Rotatorenmanschette ist eine kapselartige Struktur, die wie eine Badekappe auf dem Oberarmkopf sitzt. In sie strahlen die wichtigen Sehnen der Schulterregion, nämlich Supraspinatus, Infraspinatus und Teres major ein. Diese Muskeln sind sehr wichtig für die Beweglichkeit der Schulter. In aller Regel sind sie im Laufe des Lebens starken Belastungen ausgesetzt und können so ab dem 50. bis 60. Lebensjahr Verschleißerscheinungen zeigen. Dadurch kommt es zur Ausdünnung der Kapsel bis hin zur Zerreißung. Symptome sind dann neben Schmerzen bei Belastung nächtlicher Ruheschmerz sowie bei größeren Rissen Kraftminderung des Armes.

Bei Stürzen kann jedoch diese Kapsel einreißen und ähnliche Beschwerden verursachen.

Therapie: Bei verschleißbedingten Rißbildungen sollte zunächst eine konservativer Behandlung mit Krankengymnastik zur Kräftigung der Schulterhifsmuskuklatur und Wiederherstellung der evtl. eingeschränkten Schulterfunktion mit unterstützenden phy. Maßnahmen durchgeführt werden. Eine operative Naht ist in aller Regel bei Menschen über 60 Jahren dabei nicht erforderlich.

Bei unfallbedingten Rissen sollte insbesondere bei jüngerem Lebensalter eine Rekonstruktion der Rotatorenmanschette durchgeführt werden.

Die Enden der Rotatorenmanschette werden mit kräftigen Fäden gefasst.

Dann werden die Fäden durch in den Knochen eingebrachte Schrauben aus Titan fixiert.

Ist der Riss vernäht, kann die Nachbehandlung beginnen.