Psychomotorik

Psychomotorik ist eine Therapie, die die Persönlichkeitsentwicklung eines Kindes ganzheitlich fördern soll.

Ein Kind entwickelt sich mit der Geburt in Abhängigkeit von äußeren Reizen in einem groben Schema. Es lernt im ersten bis zweiten Lebensjahr sich zu drehen – vom Vierfüßler in den Stand und zum Laufen zu kommen. Es entwickelt über Laute seine Sprache und lernt sich mit seiner Umwelt zu verständigen. Über die groben Bewegungen hinaus kommt es zu immer feiner abgestimmten Bewegungsabläufen.

Im laufe der Jahre entwickelt das Kind ein Ich-Bewusstsein, lernt soziales Verhalten und kann seine Handlungen selbstständig planen und durchführen.

Weicht ein Kind in seinem Bewegungs-, Empfindungs- und Sozialverhalten deutlich von der Norm ab, so dass die weitere Entwicklung des Kindes beeinträchtigt würde, setzt hier die psychomotorische Therapie an – zum Beispiel bei

  • organisch bedingten Störungen des zentralen Nervensystems
  • Hirnleistungsstörungen
  • Verhaltensauffälligkeiten (Zappeligkeit, extreme Schüchternheit, Agressivität)
  • Störungen in der Grob- und Feinmotorik
  • Koordinationsprobleme
  • Wahrnehmungsprobleme des eigenen Körpers oder der Umwelt
  • Sprach- und Lernschwierigkeiten

Auf spielerische Weise soll das Kind lernen seine Defizite zu verbessern bzw. mit ihnen umzugehen. Es soll lernen für seine Probleme selbstständig Lösungen zu finden, anstatt sie zu verdrängen oder sie z.B. über vermehrte Agressionen zu kompensieren.

Es ist zunächst sinnvoll mit einer Einzeltherapie zu beginnen. Dort wird das Kind beobachtet und getestet.

Ziel ist – wenn möglich – die anschließende Gruppentherapie, in der sich das Kind mit seinen Defiziten und anderen Kindern auseinandersetzen muss.

Neben der Förderung der sensiblen und motorischen Fähigkeiten spielen in der Psychomotorik das Entwickeln des Selbstbewusstseins und die soziale Integration eine wesentliche Rolle. Das Kind erfährt individuell über alle Sinne sich und die Umwelt, und es lernt über Aktionen und Reaktionen diese zu beeinflussen.

Die Eltern sollen aktiv die Therapie begleiten und erhalten Informationen, wie sie mit den Problemen des Kindes umgehen und es selbst fördern können.