Die Funktionelle Bewegungslehre nach Klein-Vogelbach (FLB)

Die funktionelle Bewegungslehre ist eine ganzeinheitliche Therapie, deren Zielsetzung es ist dem Patienten möglichst ökonomische Bewegungsabläufe zu vermitteln, die (spätere) Schmerzen vermeiden bzw. vermindern sollen.

Der Patient muß zunächst ein Selbst-/Körpergefühl entwickeln und spüren, wo seine Körperteile sind und wie sich ihre Lage zueinander verändert, wenn eine bestimmte Bewegung ausgeführt wird.

Die Wahrnehmungsschulung (vor allem kineästhetische / Tiefensensibilität) vom eigenen Körper, vom Körper zur Umwelt durch Richtungs- und Haltungsänderung ist der Grundbaustein für diese Therapie. Damit ein „ökonomisches“ Bewegungsverhalten, d.h. minimaler Kraftaufwand und Materialverschleiß des Körpers bei gleichbleibend guter Leistung erreicht wird, muß der Mensch sich individuell wahrnehmen und orientieren können.

Welcher Schwerkraft ist der Körper ausgesetzt? Was ist eine individuell aufrechte Körperhaltung? Jeder Mensch ist anders gebaut und hat ein unterschiedliches Bewegungspotential. Wie wird eine Bewegung korrekt ausgeführt ohne unökonomische Mit-/Ausweichbewegungen, die eine Mechanikveränderung von Gelenk/Muskulatur zur Folge hat und somit z.B. vermehrten Verschleiß begünstigt.

Durch kontinuierliche Wiederholung wird eine Bewegung bewußt durchgeführt und automatisiert. Durch die Orientierung vom eigenen Körper aus kommt es zur Wahrnehmung der Bewegung im Raum.

In der Therapie werden passive/assistive Techniken als mobilisierende Massage und widerlagernde Mobilisation angewandt, auf denen aktive Bewegungsausführungen folgen. Hubfreie und hubarme Mobilisation als schonendes, selektives Trainieren einer Bewegung ohne weiterlaufende Mitbewegung in anderen Körperabschnitten, insbesonders bei schmerzhaft betroffenen Gelenken. Neben den Bewegungsübungen einzelner Körperabschnitte können auch „Ganz-Körper-Übungen“ zur Kräftigung der Muskulatur, Dehnung von Muskulatur und Nerven, Stabilisation, Förderung der Gelenkmobilität und Koordinationsförderung erarbeitet werden. Neben therapeutischen Übungen ohne Gerät ist das Training mit dem Gymnastikball eine Spezialisierung von FLB. Viele Übungen in Sportkursen beruhen auf Übungen von Frau Klein-Vogelbach.

Ein weiterer Bereich aus der FLB ist die Gangschule, wo Gangveränderungen nach Schädigungen von Gelenken nach chiurgischen Eingriffen (z.B. Tep), neurologischen Erkrankungen analysiert werden und der Gang bestmöglichst korrigiert wird.

Die FLB findet ihren Einsatz besonders in den orthopädischen Dysfunktionen wie Haltungsschwäche/-fehler, WS-Erkrankungen, Gelenkerkrankungen (besonders großer Gelenke wie Hüfte und Schulter) und Gelenkveränderungen. Überall, wo es zur Veränderung der Bewegungsabläufe und Gelenkmechanik gekommen ist, bzw. zu ihrer Verhinderung und die korrigiert werden müssen.

Die funktionelle Bewegungslehre ist eine umfangreiche und individuelle Therapiemöglichkeit bei akuten und chronischen Dysfunktionen des Körpers und zur Vorbeugung dieser.