Massage tut jedem gut

Das tut gut! Alle viere von sich strecken und sich von Kopf bis Fuß durchmassieren lassen. Daliegen und nichts anderes als Streicheleinheiten empfangen. Wem gefällt das nicht?

Berührungen sind lebensnotwendig. Frühgeborene, die regelmäßig gestreichelt werden, entwickeln sich besser und sind gesundheitlich stabiler als Frühchen ohne persönlichen Kontakt. Eine Untersuchung zeigte: wenn Frühchen dreimal täglich massiert werden, nehmen sie anderthalb mal so schnell an Gewicht zu und können 6 Tage früher aus der Klinik entlassen werden, als Kinder, deren Haut nicht stimuliert wurde. Die Massage beeinflusst den ganzen Körper, regt etwa die Ausschüttung von Hormonen im Verdauungstrakt an, so daß Nährstoffe besser verarbeitet werden können. Die sanfte Flut der Berührungen macht die Säuglinge unempfindlicher gegen Geräusche, sorgt für tieferen Schlaf und beseitigt Atemstörungen. Der Tastsinn, der unsere ersten Erfahrungen und Gefühle am meisten prägt, fördert auch die Vernetzung von Nervenzellen im Gehirn.

In vielen Ländern Asiens gehört die Massage zum Alltag. In Thailand z. B. massieren sich die Menschen mehrmals am Tag gegenseitig; bei der Arbeit, unter Freunden oder im Kreis der Familie. Die Kleidung bleibt dabei an. Bei uns tut man sich mit Zuwendungen dieser Art noch etwas schwer.

Und auch Kranke genesen schneller, wenn sie häufiger berührt werden. Dabei wirkt die Massage nicht nur bei verspannten Muskeln oder Rückenbeschwerden, einer der Hauptgründe für das Verordnen von med. Massagen durch den Arzt.

Studien belegen, daß Massage nicht nur den Pegel der Streßhormone im Körper senkt, sondern sogar eine Gegenreaktion in Gang setzt. Im Gehirn wird Oxytocyn ausgeschüttet, so eine Theorie, ein Hormon, das beim Stillen oder auch beim Orgasmus den Körper überflutet.

Daß Massagen Verkrampfungen lösen können und gleichzeitig in Haut und Muskeln die Durchblutung und den Stoffwechsel anregen, leuchtet selbst medizinischen Laien ein. Das Geheimnis der uralten Heilmethoden aber liegt in ihrer magisch anmutenden Fernwirkung über ein Netzwerk von Nerven oder Energiebahnen:

Erfahrene Masseure beherschen die Kunst, über Druckpunkte oder Linien an Fußsohlen, Handflächen oder Rücken die Funktionen von Leber, Magen oder Nasennebenhöhlen zu steuern.

Nach Vorstellungen der westlichen Medizin wird bei der Reflexzonenmassage Haut und Bindegewebe mit feinen Fingerstrichen so gegeneinander verschoben, daß bestimmte Hautrezeptoren gereizt werden. Sie senden Nervensignale an das Gehirn, die dort verarbeitet und reflektorisch an jene vegetativen Nervenfasern weitergeleitet werden, die unsere Organe versorgen.

Die asiatische Volksmedizin hingegen spricht von Meridianen, durch die Energieströme zu den einzelnen Organen fließen. Blockaden sollen sich durch Shiatsu oder Akupressur beheben lassen.

Mit der Zeit haben sich viele Formen der Massage herausgebildet. Je nach Typ, Lebensstil oder Beschwerden führen unterschiedliche Methoden der Massage zum gewünschten Erfolg.