Sensorische Integration

Die Integration der Sinne ist das Ordnen der Empfindungen, um sie gebrauchen zu können. Unsere Sinne geben uns Informationen über den physikalischen Zustand unseres Körpers und über die Umwelt um uns herum. Empfindungen fließen ins Gehirn, wie Ströme in einen See fließen. Zahlose sinnliche Wahrnehmungen erreichen in jedem Augenblick unser Gehirn, nicht nur von den Augen und Ohren her, sondern von jedem Teil unseres Körpers. Wir verfügen über einen besonderen Sinn, der es uns gestattet, den Zug der Schwerkraft und die Bewegungen unseres Körpers relativ zur Erdoberfläche zu bemerken.

Sensorische Integration ist nicht eine Sache des Entweder-oder. Man hat nicht eine vollständig perfekte senorische Integration oder aber gar keine. Niemand von uns ordnet seine Empfindungen perfekt. Glückliche, produktive und gut koordinierte Menschen mögen dieser vollkommenen sensorischen Integration am nächsten kommen. Manche Menschen haben eine gute senorische Integration, andere eine mittelgradige, manche eine schlechte.

Wenn das Gehirn die sinnliche Wahrnehmung schlecht verarbeitet, führt dieser Umstand im Leben des betreffenden Menschen zu den verschiedensten Schwierigkeiten. Er muss sich mehr anstrengen und hat häufiger Probleme als andere und anderseits trotz aller Bemühungen auch weniger Erfolg und Befriedigung. Ungefähr 25 Prozent oder mehr der Kinder in unserem Land haben so große Schwierigkeiten in ihrer Verarbeitung sinnlicher Wahrnehmungen, daß sie zu langsamen Lernen werden oder aber Verhaltensprobleme haben. Darüber hinaus erscheinen sie jedoch in jeder Hinsicht normal und besitzen oft eine durchschnittliche bis überdurchschnittliche Intelligenz.

Das Ordnen und Verarbeiten von Sinneseindrücken ist ein entscheidender Faktor für kindliche Entwicklung, und eine Vielfalt von Symptomen kann auf Störungen der senorischen Integration zurückgeführt werden.

Die Hauptprinzipien der Behandlung

Die leitende Vorstellung der Behandlung ist, Sinneseinwirkungen zu schaffen und richtig zu dosieren, und zwar besonders Sinneseinwirkungen seitens des Gleichgewichtssystems, der Muskeln und Gelenke – also der Tiefensensibilität – und der Haut – also des Tastsinns-, und zwar in einer solchen Weise, dass das Kind spontan Anpassungsreaktionen an diese Reize bildet, die zu einer Integration der dabei erlebten Empfindungen in das Nervensystem führen. Um diese Idee bei einem Kind mit einer entsprechenden Funktionsstörung in die Tat umzusetzen, bedarf es einer befähigten Therapeutin.